"Papa liebt mich. Und Glas!"</a>
"Gemeinsam Ziele erreichen."</a>
"Glas ist seine Leidenschaft."</a>
"Bei uns zählt Teamwork."</a>
"...denn der erste Eindruck zählt."</a>

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Was ist eigentlich Glas?


Das Wort „Glas“ kommt aus dem Germanischen. „Glasa“ bedeutet „das Schimmernde“ oder „das Glänzende“. Es ist ein Sammelbegriff für amorphe Feststoffe. Bei amorphen Materialien haben die Atome keine feste Struktur. Glas ist immer irgendwie mit Schmelzen und Erstarren verbunden. Mit einer akkuraten Definition tun sich die Wissenschaftler schwer. Es gilt: Glas ist ein anorganisches Schmelzprodukt, das im Wesentlichen ohne Kristallisation erstarrt. Etwa 650 v. Chr. soll die erste bekannte Rezeptur verfasst worden sein. Sie lautet: Nimm 60 Teile Sand, 180 Teile Asche aus Meerespflanzen und 5 Teile Kreide, und du erhältst Glas. Das aktuelle Rezept liest sich am Beispiel von Flachglas so: 60 Prozent Sand, 20 Prozent Soda und Sulfat, 20 Prozent Dolomit und Kalk. Die fünf Bestandteile erreichen bei etwa 1400 Grad Celsius eine vollkommen homogene Schmelze.

Es beginnt im Vorderen Orient …

Bei allem, was in unserem Leben einem nicht mehr wegzudenkenden Status eingenommen hat, stellen wir uns manchmal die Fragen: Wo kommt das eigentlich her? Wer hat´s erfunden? Und warum? Wann genau das erste Mal Glas hergestellt wurde, ist nicht detailliert belegt. Fest steht, dass es wohl eher ein Zufallsprodukt ist. Ganz einig sind sich hier aber auch die Experten nicht. Die ältesten Funde werden in die Steinzeit datiert, also etwa um 7000 v. Chr. Die Urform des Glases dürfte Obsidian sein, ein natürlich vorkommendes, hartes, vulkanisches Gesteinsglas. Daraus werden vor allem Werkzeuge hergestellt. Die bewusste und organisierte Fertigung von Glas beginnt etwa 4000 Jahre danach. Um 3000 v. Chr. werden Schmuckstücke und erste Gefäße aus Glas hergestellt. Irgendwann in dieser Zeit hat man auch angefangen, Tongefäße mit einem schützenden Überzug zu versehen. Daher kommt der Name „Glasur“. Die Menschen dürften sich damals gefragt haben, wie sich der Werkstoff wohl ohne Tonkern verhalten würde. Kann der Überzug auch allein bestehen? Er kann! Ab 1500 v. Chr. gelingt in Ägypten erstmals die Herstellung von Hohlglas als Salben- und Ölbehälter. Das Glas wird dafür in eine Sandform gegossen.

Von wegen alles klar …  

Glas bringen wir heute vor allem mit Klarheit in Verbindung. Man kann in der Regel hindurchsehen – egal, ob man in sein Weinglas oder durch eine Fensterscheibe schaut. Doch das war nicht immer so. Bis etwa 100 n. Chr. haben die Menschen kein vollkommen klares Glas herstellen können. Es hatte immer irgendeine Farbe. Das Glas war außerdem noch sehr weich – die Schmelztemperaturen waren einfach zu niedrig. Flache Schalen und kleine Gefäße sind das Ende der damaligen, technischen Möglichkeiten. Größere Gefäße wie Karaffen und dünnwandige Trinkgefäße werden erst möglich, als man die sogenannte Glasmacherpfeife erfindet und weiterentwickelt. Glas wird plötzlich der Werkstoff für Behälter, die auch noch nach Belieben geformt werden können. Die Schmelze farblosen Glases und die aus höheren Schmelztemperaturen resultierende bessere Glasqualität revolutionieren das Glashandwerk. Immer öfter wird Glas wegen teilweise aufwendiger Dekore zum Luxusprodukt. Außerdem sind die Handwerker in der Lage, dem „Druck der Stückzahlen“ standzuhalten, weil Modelle aus Holz, Stein oder Eisen jetzt wiederverwendet werden können.
Übrigens: Die Glasmacherpfeife ist ein bis zu anderthalb Meter langes Rohr mit Mundstück. So eine Pfeife funktioniert nach dem Seifenblasenprinzip. Eine kleine Menge flüssiges Glas wird aufgenommen und durch Blasen und Drehen vergrößert und bearbeitet. Durch das Einblasen sind standardisierte, dünnwandige Formen möglich. Im Kunstglashandwerk wird bis heute damit gearbeitet, etwa bei der Herstellung von Weihnachtsbaumschmuck.

Glas aus Rom und Venedig …

Als frühe Zentren der Glasmacherei gelten das antike Sidon und Alexandria. In Sidon, gelegen im heutigen Libanon, entwickelten die Phönizier das Glas zum Massenprodukt weiter. Die dortigen Glashütten stellen auch erstmals weitgehend durchsichtiges Glas her. Der Export kommt in Gang. Der Werkstoff geht nach Rom, wo auch Glashütten entstehen. Je größer das Römische Reich wird, umso weiter breitet sich der begehrte Werkstoff aus. Die Kunst der Glasherstellung und der Glasverarbeitung kommt schon bald in Frankreich, Böhmen und England an. Im Mittelalter entwickelt sich die Handelsmetropole Venedig zum Oberzentrum. Venezianische Glasmacher sind vom 15. bis 17. Jahrhundert auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Die Krönung ist die Herstellung reinsten Kristallglases, das sich durch unnachahmlichen Glanz und absolute Farblosigkeit auszeichnet. In alten Handwerksregistern werden die Glaskünstler Venedigs gern „Phiolarius“ genannt, was etwa Flaschenmacher bedeutet. Die Insel Murano ist bis heute ein Inbegriff dafür.

Ab ins Fenster …

Bis in die Gotik hinein ist Glas eher ein Werk- und weniger ein Baustoff. Das ändert sich im 14. Jahrhundert. 1330 soll ein Glasmacher aus dem französischen Rouen das Prinzip des Mondglases entwickelt haben. Bis heute ist es eher unter dem Begriff „Butzenglas“ bekannt. Bei der Mondtechnik wird eine dünne, vorgeblasene Kugel bei mehrfachem Erhitzen zu einem Teller geformt oder zu einer runden Scheibe flach geschleudert und in sichelförmige Segmente zerlegt. Nur das Mittelstück, das etwa einen Durchmesser von sieben bis fünfzehn Zentimeter hat, wird als Scheibe benutzt. Das ist die Butze. Fenster aus Butzenglas sehen so aus, als seien viele Flaschenböden nebeneinander angeordnet und mittels Bleischiene verbunden worden. Neben der Mondtechnik gibt es noch die Guss- und Zylindertechnik.

Beeindruckend, prunkvoll, lichtdurchflutet …

Im 17. Jahrhundert ist der Bau- und Werkstoff Glas endgültig in der Industrie angekommen. Die Walztechnik zieht ein und ermöglicht durch das Ausgießen, Verteilen und Walzen von geschmolzenem Glas auf einem Walztisch gleichmäßig dicke Glaselemente. Glasschnitt und Glasverzierung werden immer stärker nachgefragt. In der Hochburg Venedig ist man dieser Techniken nicht mächtig. Doch die Menschen wollen individuelles Glas – sie wollen Jagdszenen, Landschaften und allegorische Figuren in Fenster und Gefäße einbauen und vom Licht durchfluten lassen. Das sogenannte barocke Schnittglas hält Einzug. Künstler und Handwerker aus Böhmen, Schlesien oder Brandenburg ritzen Motive in Gläser und bieten den Venezianern erfolgreich die Stirn.

Am liebsten ganz flach …

Mit der Industrialisierung wurden die Glasproduktion automatisiert und wissenschaftliche Untersuchungen zu den physikalischen Eigenschaften der einzelnen Glasmischungen vorgenommen. Das führte zu immer besseren Fertigungsverfahren und einer immer größeren Produktpalette. 1904 ist ein besonderes Jahr für die Glasindustrie. Émile Fourcault und Émile Gobbe erfinden ein Verfahren zur Herstellung von Flachglas – das „Fourcault-Verfahren“. Flachglas hat fortan eine konstante Breite, weil es vertikal direkt aus der Glaswanne gezogen wird. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte Fensterglas nur mit großem Aufwand aus großen Zylindern hergestellt werden, die seitlich aufgeschnitten und in einem Spezialofen mehrfach aufgewärmt, gestreckt und gebügelt werden mussten. Die „Ziehglas“-Produktion von Fourcault wurde lange Zeit in der Flachglasherstellung angewendet. 1917 kommt das Libbey-Owens-Verfahren des Amerikaners Irving W. Colburn, das im Wesentlichen auf der Technik von Fourcault beruht. Colburn steigert jedoch durch Prozessänderungen die Glasproduktion erheblich – etwa um das Vierzigfache. 1923 wird der erste Vollautomat zum Flaschenblasen in Betrieb genommen. 1959 stellt die britische Firma Pilkington Brothers Ltd. ein Verfahren zur Herstellung von Floatglas vor. Floatglas ist bis heute das am meisten verwendete Bauglas. Der Produktionsprozess ist endlos-kontinuierlich. Geschmolzene Glasmasse fließt dabei auf einem flüssigen Zinnbad. Aufgrund seines geringeren spezifischen Gewichts schwimmt das Glas oben.

Glas im Hier und Jetzt und in Zukunft …

Glas ist immer und überall. Über Epochen und Generationen ist es den Weg vom Zufallsfund zum hochfunktionalen Produktionsstoff gegangen. Und diese Weg scheint noch nicht zu Ende. Glas ist heute Baustoff, Dämmstoff und als Glasfaser in der Kommunikationstechnologie im Einsatz. Solaranlagen und Displays bestehen aus Glas, Halbleiter auch. In der hygienisch sauberen und sicheren Glashülle bleiben Produkte frisch und behalten über lange Zeit Geschmack und ihr unverfälschtes Aroma. Nichts kommt hinein, nichts geht hinaus. Das gilt für die Parfümindustrie ebenso wie für die Medizintechnik. Es gibt heute kaum eine Branche, die ohne Glas auskommen kann. Mit modernster Technik und Erkenntnissen aus wissenschaftlichen Untersuchungen entwickelt die Glasindustrie immer wieder neue Anwendungsmöglichkeiten. Bis heute unterscheidet der Markt zwischen Kunst-, Alltags- und Spezialglas.